Der Literaturkreis der Deutschen aus Russland begeht in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum und wird aus diesem Anlass gemeinsam mit der Akademie am Tönsberg am 6. September eine öffentliche Lesung mit etablierten Autorinnen und Autoren wie Katharina Dück, Melitta L. Roth, Max Schatz und Georg Smirnov durchführen, zu der Literaturinteressierte Menschen herzlich eingeladen sind. Die Autor*innen versprechen einen interessanten Mix an Stücken von Prosa bis Lyrik, die sich mit Migrationserfahrungen und Identitätsfragen beschäftigen und einladen über die Biografievielfalt in unserer Gesellschaft ins Gespräch zu kommen. Musikalisch umrahmt wird die Lesung vom Schüler*innenensemble der August-Hermann-Francke Schulen aus Detmold unter der Leitung von Dr. Matthias Lang, dem Leiter des dortigen Musikzentrums. Moderiert wird die Lesung von dem Herforder Autor Artur Rosenstern. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr in der Oerlinghauser Hedwigskapelle (Hermannstraße 86). Der Eintritt ist frei.
Bereits am Samstagnachmittag findet in den Räumlichkeiten der Villa Welschen (Am Lehmstich 15) ein kleiner Festakt anlässlich des Jubiläums des Literaturkreises aus Russland statt. Zu diesem ist auch der Beauftragte des Landes NRW für die Belange von deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedlern und Spätaussiedlern Heiko Hendriks geladen und wird an einem moderierten Podiumsgespräch mit den Autor*innen in den Austausch kommen, um über die Bedeutung der russlanddeutschen Literatur zu reflektieren und zugleich gesellschaftspolitische Fragen der aktuellen Zeit zu adressieren. Die Veranstaltung ist öffentlich und die interessierte Öffentlichkeit ist auch hier herzlich eingeladen, daran teilzunehmen; die Feierlichkeiten beginnen um 16.00 Uhr, ab 15.30 Uhr stehen Kaffee und Kuchen bereit.

Das Jubiläum wird im Rahmen eines Workshops der Akademie am Tönsberg gefeiert. Vom 5. bis 7. September trifft sich der Literaturkreis der Deutschen aus Russland und weitere Interessierte zu einer kreativen Textwerkstatt mit der Paderborner Autorin Christiane Höhmann. Die Schreibwerkstatt richtet sich an Erwachsene mit Migrationsgeschichte, vor allem an Aussiedlerinnen und Aussiedler aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
Festakt, Lesung und Textwerkstatt werden gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie das Kulturreferat für Russlanddeutsche in Detmold. Sie finden in Zusammenarbeit mit der Akademie am Tönsberg im Rahmen ihres durch das Land NRW geförderten Weiterbildungsprogramms statt.
Zum Literaturkreis der Deutschen aus Russland:
Gegründet im Oktober 1995 ist der Verein bis heute aktiv und setzt sich zum Ziel die deutschen Autoren aus Russland zu fördern und in den Literaturbetrieb zu integrieren. Der Literaturkreis organisiert Lesungen, Diskussionsrunden, literarische Abende und führt auch Seminare für Autor*innen durch. Unter den etwa drei Mio. Deutschen aus Russland und anderen postsowjetischen Ländern gibt es eine Reihe von Autorinnen und Autoren, die sowohl auf Russisch als auch auf Deutsch schreibt. Die Gründer des Vereins, Autorinnen und Autoren der älteren Generation, hatten zum Teil bereits zu Sowjetzeiten dem Schriftstellerverband der UdSSR angehört und können viele hochwertige literarische Werke vorweisen, sowohl im Genre Lyrik als auch Prosa. Die zweite Gruppe des Vereins besteht aus jüngeren Autorinnen und Autoren, die vorwiegend in den 90er-Jahren und später nach Deutschland eingereist, teils hier aufgewachsen sind und in ihren literarischen Arbeiten verstärkt auch Themen wie Integration und Ankommen in der für sie fremden Welt aufgreifen. Dabei berichten sie nicht nur von Schwierigkeiten ihres Einlebens in die deutsche Gesellschaft, sondern ebenso von heiteren Seiten, von Missverständnissen und Fettnäpfchen bei Begegnungen mit der neuen Heimat. Die Verarbeitung ihrer eigener Familiengeschichten bleibt dabei selbstverständlich nach wie vor eines ihrer wichtigsten Anliegen
